Lipome im Alter: Zwischen Erfahrung und Fakten

Lipome im Alter - Infos

Lipome sind gutartige Wucherungen des Fettgewebes, die im höheren Alter häufiger auftreten können. In diesem Blogbeitrag erfährst Du, welche Ursachen dahinterstecken können und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit Lipomen – nicht als Arzt, sondern als Betroffener. Immer wieder werde ich gefragt, ob Lipome typischerweise erst im Alter auftreten und was man dagegen tun kann. Hier fasse ich zusammen, was ich in all den Jahren an Wissen gesammelt habe, das ergänzt um das, was mir Ärzte und die Fachliteratur dazu erklärt haben.

Treten Lipome überhaupt vor allem im Alter auf?

Ehrlich gesagt: nicht unbedingt so, wie man denken könnte. Am häufigsten treten sie im mittleren Lebensalter auf – also eher zwischen 40 und 60 – nicht erst im hohen Alter. Bei mir selbst ging es bereits mit 20 los.

Lipome zählen zu den häufigsten Weichteiltumoren der Unterhaut, betreffen rund 1 % der Bevölkerung, Männer etwas häufiger als Frauen.

Quelle: Deximed, Hausarztwissen Online, https://deximed.de/home/klinische-themen/haut/patienteninformationen/knoten-zysten-polypen/fettgeschwulst-in-der-haut-lipom

Das heißt aber nicht, dass ältere Menschen verschont bleiben. Neue Lipome können grundsätzlich in jedem Alter entstehen, auch später im Leben.

Was ist ein Lipom eigentlich?

Ein Lipom ist eine gutartige Geschwulst aus Fettgewebe, die sich in der Unterhaut bildet. Bei mir sind sie an mehreren Stellen aufgetreten. Typischerweise sind sie weich, beweglich und in der Regel schmerzfrei. Genau das macht sie oft leicht zu erkennen, aber eben auch leicht zu unterschätzen.

Ein Lipom ist ein gutartiger Tumor aus Fettgewebszellen, meist im Unterhautfettgewebe.

Quelle: Techniker Krankenkasse, https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/krebserkrankungen-oder-tumoren/gutartige-fettgeschwulst-lipom-2018012

Wichtig und das sage ich aus eigener Erfahrung: Auch wenn ein Knubbel unter der Haut sich „typisch“ nach Lipom anfühlt, gehört er trotzdem einmal fachärztlich abgeklärt. Es gibt in seltenen Fällen bösartige Verwechslungen (Liposarkome), die man ohne Untersuchung nicht sicher ausschließen kann. Ich habe das über die Jahre bei jedem neuen Knoten so gehandhabt. Denn lieber einmal zu viel beim Arzt gewesen als einmal zu wenig.

Liposarkome sind dagegen sehr selten, pro Jahr treten statistisch circa zweieinhalb Neuerkrankungen pro eine Million Menschen auf.

Quelle: NDR, https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Lipom-Den-Knubbel-unter-der-Haut-entfernen,lipom102.html

Was mögliche Ursachen angeht – meine Einordnung

Die Wahrheit ist: Die Wissenschaft ist sich bei den Ursachen von Lipomen bis heute nicht vollständig einig. Es gibt Faktoren, die in der Fachliteratur immer wieder diskutiert werden, allerdings ohne eindeutige Beweislage. Aus meiner eigenen Recherche und dem Austausch mit Ärzten über die Jahre kristallisieren sich diese Punkte heraus:

  • Erbliche/genetische Veranlagung: Ein Thema, dass ich immer wieder mit Ärzten besprochen habe, da familiäre Häufungen (z. B. bei multiplen Lipomen) bekannt sind. Auch, wenn in meiner Familie niemand Lipome hat oder hatte.
  • Alkoholkonsum: Ein Zusammenhang besteht vor allem mit der seltenen sogenannten multiplen symmetrischen Lipomatose (Madelung-Krankheit), die häufig bei langjährigem Alkoholkonsum auftritt. Ein gesicherter Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und der Entstehung einzelner gewöhnlicher Lipome besteht dagegen nicht.
  • Stoffwechsel und Gewicht: Ein gesicherter Zusammenhang zwischen Körpergewicht oder allgemeinen Stoffwechselstörungen und der Entstehung gewöhnlicher Lipome ist bisher nicht nachgewiesen. Lipome treten sowohl bei schlanken als auch bei übergewichtigen Menschen auf.
  • Stress und psychische Belastung: Es gibt bislang keine belastbaren wissenschaftlichen Studien, die einen direkten Zusammenhang zwischen Stress und dem Wachstum gewöhnlicher Lipome belegen. Psychischer und körperlicher Zustand beeinflussen sich zwar gegenseitig, unter anderem über hormonelle und immunologische Mechanismen. Für einen spezifischen Zusammenhang zwischen Stress und Lipomwachstum gibt es derzeit keine überzeugende wissenschaftliche Evidenz.

Wer sich für die Details interessiert, dem lege ich meinen Artikel zu den psychischen Aspekten von Lipomen ans Herz, wo ich das ausführlicher und differenzierter einordne.

Behandlungsmöglichkeiten

Hier möchte ich klar trennen zwischen dem, was medizinisch etabliert ist, und dem, was eher als kosmetisches Verfahren beworben wird, aber für echte Lipome kaum belastbare Evidenz hat.

Gut etabliert:

  • Chirurgische Entfernung: Der Klassiker, den ich selbst mehrfach erlebt habe. Bei größeren oder störenden Lipomen meist die zuverlässigste Methode.
  • Liposuktion: Wird bei größeren, aber gutartig bestätigten Lipomen eingesetzt, um sie über eine Kanüle abzusaugen, meist mit kleinerer Narbe als bei der offenen OP.

Mit Vorsicht zu betrachten:

  • Injektionslipolyse („Fett-weg-Spritze“): Wird für Lipome beworben, die Studienlage dazu ist aber dünn. Ich würde niemandem versprechen, dass sich ein Lipom „innerhalb von acht Wochen auflöst“.
  • Laserlipolyse: Es gibt einzelne Studien dazu, aber es ist kein Standardverfahren mit breiter Evidenzbasis.
  • Kryolipolyse und Ultraschall-Lipolyse: Diese Verfahren wurden vor allem zur Reduktion von lokalem Unterhautfettgewebe und zur Körperkonturierung entwickelt (z. B. CoolSculpting), nicht speziell zur Behandlung von Lipomen. Sie gelten daher nicht als etablierte Standardtherapie für Lipome. Eine Übertragung der Wirkung auf Lipome ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.

Mein wichtigster Rat

Nach über 20 Jahren mit dem Thema ist meine ehrlichste Erkenntnis: Es gibt keine Wunderlösung und die Studienlage zu vielen „modernen“ Verfahren sehr dünn. Was tatsächlich hilft, ist eine gute fachärztliche Begleitung und die Bereitschaft, jeden neuen Knoten ernst zu nehmen, statt ihn vorschnell abzutun.

Quellen

Techniker Krankenkasse: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/krebserkrankungen-oder-tumoren/gutartige-fettgeschwulst-lipom-2018012

Deximed, Hausarztwissen Online: https://deximed.de/home/klinische-themen/haut/patienteninformationen/knoten-zysten-polypen/fettgeschwulst-in-der-haut-lipom

Netdoktor über Lipome: https://www.netdoktor.de/krankheiten/lipom/

NDR über Lipome: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Lipom-Den-Knubbel-unter-der-Haut-entfernen,lipom102.html

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